Interpret: Stefan Kaminski
Gesamtspielzeit: 08:01:14
Paul Wendland fährt von Berlin nach Worpswede, um das Haus seiner Kindheit und sein Erbe zu retten, das im Moor versinkt, samt den lebensgroßen Bronzestatuen von Luther über Bismarck bis zu Rilke, Max Schmeling und Willy Brandt. Die Reise zurück in die Künstlerkolonie und ins mörderische Teufelsmoor nimmt immer verhängnisvollere Wendungen: Mysteriöse Familiengeheimnisse, historische Gestalten, wahnsinnige Vergangenheitsforscher und liebeskranke Himmelsmaler spülen ein ungeheuerliches und atemberaubendes Geflecht an Geschichten aus einem ganzen Jahrhundert an die Oberfläche.
Stefan Kaminski gelingt es, den sanften, aber vollkommen anarchischen Ton des Romans und die umwerfende Tragikomik der Figuren virtuos einzufangen.
Das gleichnamige Buch ist im Verlag Kiepenheuer&Witsch erschienen.
In der auditiven Version ist das Werk bestens bei dem Stimmenkünstler Stefan Kaminski aufgehoben. Der stupende Stimmenimitator bewegt sich in den von diversen Dialekten geprägten Dialogen des Dramatikers wie ein Fisch im Wasser und verleiht auch dem ewigen Verlierer Paul eine sympathetische Stimme. Neue Zürcher Zeitung
Weitere Informationen:
Interview mit Moritz Rinke
Moritz Rinke wurde 1967 in Worpswede geboren, studierte "Drama, Theater, Medien" in Gießen, und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Gegenwartsdramatikern. Sein Stück "Republik Vineta" wurde 2001 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute zum besten deutschsprachigen Theaterstück gewählt und 2008 für das Kino verfilmt. Im Sommer 2002 gelangte bei den Festspielen in Worms seine Neudichtung der "Nibelungen" zur Uraufführung, die in den Folgejahren ein großes Publikum fand. "Café Umberto" (2005) wurde bereits an neun Theatern gespielt. Einige seiner Reportagen, Kurzgeschichten und Essays sind unter dem Titel "Der Blauwal im Kirschgarten" sowie "Das große Stolpern" erschienen und wurden mehrfach ausgezeichnet. Moritz Rinke lebt in Berlin und ist Gastprofessor für Szenisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Stefan Kaminski, geboren 1974 in Dresden, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Seit 2001 steht er am Deutschen Theater Berlin auf der Bühne, wo er unter anderem mit Regisseuren wie Dimiter Gotscheff arbeitete. Seine Laufbahn als Sprecher begann Kaminski 1996 beim Hörfunk. Seitdem hat er in zahlreichen Hörspiel- und Hörbuch-Produktionen mitgewirkt und ist mit seiner Live-Hörspiel-Reihe "Kaminski on Air" regelmäßig im Deutschen Theater und auf Tour zu erleben. Zudem arbeitet er als Autor für Radio und Fernsehen. Stefan Kaminski lebt in Berlin.